Junge Liberale wollen die Ausbildung im Landkreis stärken

Die Jungen Liberalen Hersfeld-Rotenburg setzen sich für eine starke und zukunftsfähige berufliche Bildung im Landkreis ein. Dafür braucht es attraktive, gut erreichbare und leistungsfähige Berufsschulstandorte – insbesondere im ländlichen Raum.

Den Abzug der kaufmännischen Abteilung vom Obersberg und die Angliederung an die Beruflichen Schulen in Bebra kritisieren die Jungen Liberalen scharf.

„Der Landkreis macht berufliche Bildung durch immer weitere Zentralisierung unattraktiver. Für viele Auszubildende würde der Schulweg nach Bebra mehrere Stunden täglich im ÖPNV bedeuten. Das ist realitätsfern und geht zulasten der Ausbildungsqualität“, kritisiert Elias Philipp Herzog, Vorsitzender der Jungen Liberalen Hersfeld-Rotenburg. Verantwortung für diese Entwicklung trage auch die schwarz-rote Landesregierung, die es versäume, die berufliche Bildung gerade im ländlichen Raum konsequent zu stärken.

Der Kreis argumentiert, der Umzug diene der Sicherung des Ausbildungsstandortes. Dieses Argument greift jedoch zu kurz. Tatsächlich bedroht die Landesregierung den Standort durch unrealistisch hohe Mindestschülerzahlen. Der Kreis versucht infolgedessen, mit weiterer Zentralisierung eine Scheinlösung zu finden, statt sich klar gegen den Fehlkurs des Landes zu stellen. „So wird das Problem nicht gelöst, sondern nur verlagert – zulasten der Auszubildenden im ländlichen Raum“, so Herzog.

Gerade in Zeiten eines massiven Fachkräftemangels müsse die Landesregierung deutlich stärker in berufliche Bildung investieren, statt bestehende Strukturen auszudünnen. Gute Ausbildung brauche Nähe, Verlässlichkeit und Planungssicherheit – nicht ständig neue Umzüge und Zentralisierungsdebatten.

„Aufgabe der Kreispolitik ist es, auch gegenüber einem Fehlkurs des Landes klar Position zu beziehen und Korrekturen einzufordern. Dafür fehlt offenbar entweder der Mut – oder, noch schlimmer, der Wille. Beides zeigt, wie dringend es eine starke FDP im Kreistag braucht“, so das Fazit von Herzog.